Referenten und Abstracts

Dr.-Ing. Rüdiger Siechau, Stadtreinigung Hamburg

Begrüßung

Dr.-Ing. Rüdiger Siechau ist seit 1995 Geschäftsführer der Stadtreinigung Hamburg. Seit 2007 ist er Sprecher der Geschäftsführung. Zudem ist er seit 2001 Vorstandsvorsitzender des VKS (Verband kommunale Abfallwirtschaft und Stadtreinigung) im VKU und seit Januar 2011 Vizepräsident des VKU (Verband kommunaler Unternehmen).

Eberhard Runge, Vorsitzender des Umweltausschusses der Handelskammer Hamburg

Begrüßung Handelskammer Hamburg

Eberhard Runge ist Rechnungsprüfer der Handelskammer, Vorsitzender des Forschungsverbandes der CDH, Vizepräsident des IfH (Institut für Handelsforschung) an der Universität Köln, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Bilgewasser-Entöler im Ausschuss für Meeresumwelt in der Normenstelle Schiffs- und Meerestechnik (NSMT - DIN) sowie im Umweltausschuss der NATO (maritimer Bereich) und Ehren-Vorsitzender des Sportvereins HBG (Hamburger Bogenschützen Gilde).

Dr. Manfred Jäger, Staatsrat der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

Vortragsthema: Bioabfall als Ressource in der Europäischen Umwelthauptstadt 2011

Bioabfall als Ressource bedeutet die Energie der Biomasse zur Herstellung von Strom, Heizenergie oder als Biogas zu nutzen. Daneben wird aus den Gärresten gewonnener Kompost zur Bodenverbesserung eingesetzt. Hamburg hat sich hier ehrgeizige Ziele gesetzt, denn wir wollen bis zum Jahr 2012 die Menge des Bioabfalls um 60 % auf insgesamt 47.000 Tonnen steigern. Dabei ist der Start der Recycling-Offensive zu Beginn des Umwelthauptstadtjahres ein bedeutender Schritt.
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Karl-Heinz Florenz, Mitglied des Europäischen Parlaments – Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit, Lebensmittelsicherheit

Vortragsthema: Bioabfall aus der europäischen Perspektive

Biographie
geboren am 22. Oktober 1947 in Neukirchen-Vluyn; verheiratet, drei Kinder; Kaufmann und Landwirtschaftsmeister; 1973 Eintritt in die CDU; 1984 bis 1991 Ratsmitglied der Stadt Neukirchen-Vluyn; seit 1989 Mitglied des Europäischen Parlaments, Wiederwahl 1994, 1999, 2004 und 2009

Funktionen im Europäischen Parlament
Mitglied des Ausschusses für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit; Stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz; Mitglied der interparlamentarischen Delegation für die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten

Jürgen Becker, Staatssekretär Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Vortragsthema: Bioabfall aus der deutschen Perspektive

Die Verwertung von getrennt erfassten Bioabfällen, z. B. als Kompost oder Gärrückstand, trägt zum Klimaschutz, zum Ressourcenschutz und zum Erhalt unserer Böden bei. Bei der getrennten Sammlung und nachhaltigen Verwertung von Bioabfällen ist Deutschland im internationalen Vergleich bereits jetzt hervorragend aufgestellt. Durch die Neufassung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes sollen weitere Potenziale bei der Getrennterfassung von Bioabfällen erschlossen werden. Ziel der Bundesregierung ist zudem der Ausbau der Vergärung von Bioabfällen, um eine ökologisch sinnvolle energetische und stoffliche Nutzung zu ermöglichen.

Prof. Dr.-Ing. Martin Kaltschmitt, Priv. Doz. Dr.-Ing. habil. Ina Körner, TUHH – Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft

Vortragsthema: Bioabfall zur Energienachfragedeckung und zum Klimaschutz – Möglichkeiten und Grenzen

Infolge des anthropogen induzierten Klimawandels und der tendenziell abnehmenden Versorgungssicherheit mit fossiler Energie gewinnt die Suche nach technisch verfügbaren, ökonomisch darstellbaren und ökologisch vielversprechenden Alternativen zur Deckung der Energienachfrage immer mehr an Bedeutung. Die verstärkte Nutzung organischer Abfälle aus Haushalten und der Industrie stellt hier eine vielversprechende Option dar, die weitgehend konkurrenzlos verfügbar ist. Deshalb ist es das Ziel dieses Vortrages, Möglichkeiten und auch Grenzen einer Nutzung von Bioabfällen zur sicheren und klimaverträglichen Deckung der Energienachfrage für Hamburg und perspektivisch für Deutschland aufzuzeigen und anhand technischer, ökonomischer und ökologischer Kriterien zu analysieren.
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Dipl.-Geogr. Ulrike Seyfert, DBFZ – Deutsches BiomasseForschungsZentrum

Vortragsthema: Identifikation und Erschließung neuer Biomasseressourcen

Biogas aus Bioabfällen weist in Deutschland ein technisches Potenzial von 22,5 PJ auf. Die Sammlung und Nutzung ist bisher allerdings nur teilweise etabliert. So wurden 2007 etwa 6 PJ aus Bioabfällen genutzt. Biogas wird zur Stromerzeugung eingesetzt oder zu Biomethan aufbereitet als Erdgassubstitut verwendet. Die Kaskadennutzung mit einer Vergärungsstufe und der anschließenden Kompostierung des Gärrestes stellt zukünftig eine interessante Verwertungsmöglichkeit für Bioabfälle dar. Diese Anlagenform kann jedoch mit der aktuellen EEG-Vergütung kaum wirtschaftlich betrieben werden. Perspektivisch bietet sich auch die Erzeugung von Biomethan aus Bioabfällen für die Verwendung als Kraftstoff an (double counting).
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Dr. Hubert Seier, DSC GmbH

Vortragsthema: Die Biotonne im Wandel der Zeit – Ein Wertstoffsammelsystem hat sich etabliert

Die getrennte Erfassung biogener Abfälle kann wie kaum ein anderer Entsorgungsbereich auf eine äußerst erfolgreiche Recyclinggeschichte zurückblicken! Zurzeit werden in Deutschland aus den privaten Haushalten jährlich fast 9 Millionen Tonnen Bioabfälle getrennt erfasst und anschließend sinnvoll verwertet. Die Bioabfälle stellen mit 43 % aller getrennt gesammelten Wertstoffe aus privaten Haushalten die größte Fraktion dar. Trotz vieler Bedenken und Gegner hat sich dieses Sammelsystem mittlerweile etabliert. Durch die Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes kommt die Pflichtbiotonne und dadurch erfolgt eine weitere Stärkung.
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Michael Schneider, VHE – Verband der Humus- und Erdenwirtschaft e.V.

Vortragsthema: Steigende Bioabfallmengen und höhere Bioabfallqualitäten – Ein Widerspruch?

Im Referentenentwurf der Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes wird die flächendeckende Erfassung von Bioabfällen bis spätestens 2015 gefordert. Derzeit werden in Deutschland mehr als 17 Mio. Einwohnern keine Biotonnen angeboten. Weitere 23 Mio. Einwohner nutzen trotz Angebot keine Biotonnen. Die getrennt erfassten Mengen an Bio- und Grüngut könnten durch die flächendeckende Erfassung von derzeit 9 auf ca. 12 Mio. Mg pro Jahr ansteigen. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit können große Mengen an Biogut mit guter Qualität zusätzlich erfasst werden.
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Prof. Dr.-Ing. Heike Flämig, TUHH – Institut für Verkehrsplanung und Logistik

Vortragsthema: Nachhaltige Logistikkonzepte für unterschiedliche Bioabfallfraktionen

Nachhaltige Logistikkonzepte müssen ökonomisch vertretbar und stadtverträglich sein und sind durch eine hohe Ressourceneffizienz und geringe Umweltnutzung gekennzeichnet. Der Vortrag stellt die besonderen Herausforderungen für eine nachhaltige Logistik dar, die aus der Nutzbarmachung von Energie aus Biomasse folgen. Dafür werden zunächst die
wesentlichen Bestimmungsparameter einer nachhaltigen Entsorgungslogistik vorgestellt und Ansatzpunkte für Optimierungen diskutiert. Hinsichtlich der Umsetzungsbedingungen wird dabei ein besonderer Schwerpunkt auf die unterschiedlichen Interessen der beteiligten Akteure gelegt. Dabei wird deutlich, dass der Beitrag von Maßnahmen zur Effizienzsteigerung bestehender Systeme begrenzt ist und für eine nachhaltige Zukunft neue Weichen gestellt werden müssen.

Maike Höft, Stadtreinigung Hamburg

Vortragsthema: Maßnahmen zur besseren Potenzialerschließung kommunaler und gewerblicher Bioabfälle

Biogene Abfälle werden seit den 90er-Jahren von der Stadtreinigung Hamburg getrennt erfasst und verwertet. Dargestellt wird das mögliche in Hamburg noch zur Verfügung stehende Potenzial für biogene Abfälle und die Maßnahmen, um geeignete Mengen abzuschöpfen. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Maßnahmen zur Potenzialerschließung in der Wohnungswirtschaft gerichtet.
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Dr.-Ing. Martin Mineur, MVB – Müllverwertung Borsigstraße

Vortragsthema: Erfahrungen und Perspektiven der energetischen Altholzverwertung

Aufgrund der besonderen Förderung von Altholzkraftwerken bis zu 20 MWel durch die Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im März 2000 in Verbindung mit der Biomasseverordnung wurde eine Vielzahl neuer Anlagen errichtet. Im Rahmen des Vortrags werden diese Entwicklungen und Perspektiven der energetischen Altholzverwertung näher betrachtet. Zudem werden am Beispiel des Biomasseheizkraftwerkes der Müllverwertung Borsigstraße MVB in Hamburg Erfahrungen mit der thermischen Altholzverwertung beschrieben. Insbesondere werden die Vorteile in Bezug auf den Ressourcenund Klimaschutz aufgezeigt.
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Prof. Dr.-Ing. Sabine Flamme, Fachhochschule Münster – Labor für Abfallwirtschaft, Siedlungswasserwirtschaft, Umweltchemie

Vortragsthema: Qualitätssicherung von Altholz zum Einsatz in Biomassekraftwerken

Betreiber von Biomassekraftwerken haben oft über ihre Genehmigungen oder über die Verträge mit den Lieferanten Biomassequalitäten geregelt. Diese Regelungen bekommen bei einem immer enger werdenden Biomassebrennstoffmarkt größere Bedeutung. Im Liefervertrag sind dazu verschiedene physikalische und chemische Qualitätsanforderungen zwischen den Vertragspartnern festgelegt und teilweise pönalisiert. Um diese Anforderungen zu überprüfen sind Konzepte zur „repräsentativen“ Bestandsaufnahme der angelieferten Biomassequalitäten erforderlich. Diese sind auf die jeweiligen örtlichen Rahmenbedingungen abzustimmen. Im Vortrag werden entsprechende Konzeptionen dargestellt.
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Dr. Bertram Kehres, Bundesgütegemeinschaft Kompost e.V. (BGK)

Vortragsthema: Monetäre Bewertung von Kompost und Gärprodukten

Der Nutzen von Kompost und von Gärprodukten ergibt sich in der Landwirtschaft zunächst aufgrund der Bereitstellung von Pflanzennährstoffen. Darüber hinaus wird dem Boden organische Substanz zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und zur Humusreproduktion zugeführt. Bei der monetären Bewertung von Kompost und von Gärprodukten sind entsprechend beide Effekte zu berücksichtigen. In Bioabfällen enthaltene Nutzenpotentiale leisten einen maßgeblichen Beitrag für einen nachhaltigen Klima- und Ressourcenschutz. Angesichts der gegenwärtigen starken Fokussierung auf die energetische Verwertung werden diese Nutzwerte aber noch zu wenig berücksichtigt.
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Dr.-Ing. Carsten Cuhls, gewitra GmbH

Vortragsthema: Emissionen aus der Kompostierung – Quantifizierung und Reduktion

Die Ergebnisse eines UFOPLAN Vorhabens zeigen, dass die Höhe der Emissionen von Treibhausgasen (CH4, N2O) bei der Kompostierung wesentlich von den Betriebs- und Prozessbedingungen beeinflusst wird. Sowohl bei offenen als auch bei geschlossenen Anlagen gibt es Beispiele mit hohen und mit niedrigen Emissionen. Deutlicher Optimierungsbedarf besteht hinsichtlich der Sauerstoffversorgung. Für die geschlossenen Anlagen ergeben sich im Durchschnitt bessere Emissionswerte, was auf die aktive Belüftung zurückzuführen ist. Die untersuchten Bioabfallvergärungsanlagen zeigen im Vergleich zu den Kompostierungsanlagen höhere Emissionen. Diesem Ergebnis müssen jedoch die positiven Effekte der Biogasgewinnung für den Klimaschutz gegenübergestellt werden.
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Dr. Anke Boisch, VKN – Vertriebsgesellschaft Kompostprodukte Nord mbH

Vortragsthema: Kompostmärkte und deren Entwicklung

Mit Beginn der getrennten Erfassung und Behandlung von Bioabfällen wurde der Markt für Komposte und Kompostprodukte entwickelt. Aus ersten Marktanalysen mit der Ausweisung von Potenzialen in möglichen Vermarktungsbereichen hat sich ein vielfältiger Markt aufgebaut, der heute die gültigen Anforderungen aus dem Bodenschutz- und Düngemittelrecht umfassend berücksichtigt. Als Vermarktungsbereiche für Komposte gelten die Anwendungsgebiete Landwirtschaft, Gartenbau einschließlich Spezialkulturen, Erden-/Substratherstellung, Garten- und Landschaftsbau sowie Hobbygarten. Für die Landwirtschaft mit rund 50 % Marktanteil ist die Humuswirkung von besonderer Bedeutung.
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Prof. Dr. Hauke Harms, UFZ – Helmholtzzentrum für Umweltforschung

Vortragsthema: Die Mikrobiologie des anaeroben Abbaus organischer Abfälle – Diagnose und Möglichkeiten der Einflussnahme

Der anaerobe mikrobielle Abbau organischer Abfälle hat durch den Biogasboom erheblich an Bedeutung gewonnen. Das Verständnis der mikrobiologischen Prozesse, als Grundvoraussetzung einer prospektiven Prozessdiagnose und Prozesssteuerung, ist aber noch erstaunlich begrenzt. Neue Methoden der funktionellen Diagnostik mikrobieller Gemeinschaften, die beispielsweise in Abwassertechnik und Umwelttechnologie bereits zu Verfahrensverbesserungen geführt haben, werden in zunehmendem Maße auch auf die anaerobe Konversion von Biomasse angewendet und versprechen die Reifung einer überwiegend empirischen zu einer biowissenschaftlich untermauerten Technologie.
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Prof. Dr. Michael Nelles, Universität Rostock – Lehrstuhl für Abfall- und Stoffstromwirtschaft

Vortragsthema: Technologie- und Marktübersicht anaerober Behandlungsverfahren

Für die anaerobe Behandlung sind neben den Bio- und Restabfällen der privaten Haushalte auch organische Abfälle und Reststoffe aus Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft geeignet. In den vergangenen 15 Jahren hat sich die Biogastechnik gut entwickelt und inzwischen stehen für viele Anwendungsfälle technisch ausgereifte Vergärungsverfahren zur Verfügung. Trotzdem gibt es noch erheblichen Optimierungsbedarf in den Bereichen Verfahrenstechnik, Emissionen, Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit usw. In dem Vortrag werden die derzeit am Markt verfügbaren anaeroben Behandlungsoptionen und Optimierungsmöglichkeiten angesprochen sowie ein Ausblick zur künftigen Rolle der anaeroben Verfahren in der nationalen als auch internationalen Abfallwirtschaft gegeben.
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Dr.-Ing. Michael Kern, Witzenhausen-Institut

Vortragsthema: Aufbereitung der Gärreste – Technische Möglichkeiten und deren Bewertung

Oft wird bei der Planung von Vergärungsanlagen für Bioabfälle nur das Produkt Biogas betrachtet. Ökonomisch und ökologisch von gleicher Bedeutung für einen erfolgreichen Anlagenbetrieb ist die Nutzung der entstehenden Gärreste. Aufkommen, Qualität und Nutzungsoptionen sind neben dem Inputmix von der eingesetzten Vergärungs- und Aufbereitungstechnik abhängig. Als Hauptverfahrenswege führen Nass-, Pfropfenstrom- und Boxenfermentation zu typischen Behandlungswegen, mit den sich daraus ergebenden Qualitäten, die wiederum den Verbleib der Materialien beeinflussen. Die rasch steigende Zahl unterschiedlichster Vergärungsanlagen für die Bioabfallvergärung erfordert eine gründliche Evaluierung der bestehenden Verfahren und die weitere Optimierung der Gärrestbehandlung.

Dipl.-Ing. Johan Grope, Prof. Dr.-Ing. Frank Scholwin,
DBFZ – Deutsches BiomasseForschungsZentrum

Vortragsthema: Aufbereitung Betriebserfahrung einer Biogasanlage mit Speiseabfällen – Techniken und Erfahrungen der Biogasausbeute

Einleitend wird die Entwicklung der Biogaseinspeisung in Deutschland anhand einiger Zahlen und Fakten präsentiert und anschließend die Vorteile der Biogaseinspeisung dargestellt. Dabei wird der Vergleich zur Vor-Ort-Verstromung insbesondere bezüglich Kosten, Effizienz und THG-Minderungspotenzialen gemacht. Nach der Vorstellung der notwenigen Prozessschritte von der Rohgasproduktion bis zur Einspeisung des Biomethans werden die marktreifen Aufbereitungsverfahren detailliert vorgestellt. Zusammenfassend werden die Verfahren bezüglich ihrer wichtigsten technischen und ökonomischen Parameter verglichen und auf Optimierungspotenziale eingegangen. Der Vortrag endet mit einem Ausblick und einer Zusammenfassung.
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Martin Seifert, SVGW – Schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfaches

Vortragsthema: Emissionen aus der Biogasaufbereitung

Die Aufbereitung von Biogas zu Biomethan oder auf Erdgasqualität und die Einspeisung dieses Gases in die Erdgasverteilnetze verbreiten sich besonders in den DACH-Ländern. Die steuerbefreite Nutzung des eingespeisten Biogases ist in der Schweiz wie in Deutschland stark an ökologische Rahmenbedingungen zur Bereitstellung geknüpft. Die Prozesskette der Aufbereitung von Biogas darf prozess- und betriebsbedingt nur maximal 5 % Restmethan in die Atmosphäre abgeben, bezogen auf den Rohbiogas-Methanstrom. Bei Überschreitung dieses Restmethanwertes ist die Klimaneutralität der gesamten Biogasprozesskette infrage gestellt (Biomasse: Grünabfälle). Biogasaufbereitungsverfahren weisen unterschiedliche, prozessspezifische Emissionen aus. Vor diesem Hintergrund werden verbindliche Grenzwerte für Emissionen und Energieverbrauch der Biogasaufbereitung/-Einspeisung kommen, die auch messtechnisch erfasst werden. Der Vortrag stellt eine Bestandsaufnahme der durchgeführten Messungen und eine Beurteilung der Aufarbeitungstechnologien im Hinblick auf Methanemissionen vor.
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Stefan Breitkreuz, ETH Umwelttechnik GmbH

Vortragsthema: Aufbereitung  Betriebserfahrung einer Biogasanlage mit Speiseabfällen – Techniken und Erfahrungen der Biogasausbeute

Die Biogasanlage „Biowerk Hamburg GmbH“ ist eine Vergärungsanlage mit dem Schwerpunkt der Verarbeitung von überlagerten Lebensmitteln und Speiseabfällen aus Restaurants und Kantinen des Großraums Hamburg. Die Erfahrung aus nunmehr fast fünf Betriebsjahren der Anlage hat gezeigt, dass die Heterogenität der Eingangsstoffe, sowohl in Bezug auf eine permanente Anpassung von Aufbereitungstechnik als auch auf die Prozessstabilität großen Einfluss nimmt. Fragen der geeigneten anlagenangepassten Störstoffabtrennung, aber auch die Optimierung im biologischen Prozessteil der Vergärung sind dabei Aufgaben seit Anbeginn. Mit Beispielen von Hemmnissen, Maßnahmen und Optimierungen, sollen in diesem Vortrag einige Einblicke gegeben werden.
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 Jaqueline Daniel-Gromke, Dr.-Ing. Jan Liebetrau, DBFZ – Deutsches BiomasseForschungsZentrum

Vortragsthema: Aufbereitung  Betriebserfahrung Ökologische Analyse der Bioabfallvergärung

In Deutschland werden derzeit rund 8,6 Mio. t organischer Abfälle auf Basis von aeroben und anaeroben Behandlungsverfahren verwertet. Dabei wird der Großteil der Bio- und Grünabfälle in Deutschland kompostiert. Mit den Randbedingungen, die durch das EEG gesetzt sind und anstehenden Sanierungen in vielen bestehenden Anlagen, ist ein verstärkter Trend zur Anwendung von Anaerobanlagen zu verzeichnen. Im Rahmen eines laufenden Forschungsvorhabens werden emissionsrelevante Daten an Bioabfallanlagen erhoben, um eine belastbare Datengrundlage für die Bewertung der klimarelevanten Auswirkungen von Bioabfallvergärungsanlagen bereitzustellen. An Modellanlagen wird mittels Ökobilanzen die Klimawirkung der Vergärung simuliert und bewertet.
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Dipl.-Ing. Wojciech Rogalski, MA 48 – Abfallwirtschaft Wien

Vortragsthema: Ansätze und Überlegungen aus Wien

Von „rohstofflicher“ Abfallvermeidung spricht man, wenn Abfälle nicht als solche behandelt werden müssen. Getrennt sammeln ja, aber nicht um des Sammelns willen. In Wien werden – anders als in vielen anderen Großstädten weltweit – ausschließlich jene biogene Materialien getrennt gesammelt, die für die Erzeugung von hochwertigen Komposten benötigt werden. Im Wiener 3-Säulen-Modell gelten Kompostierung, Vergärung und Biomasseverbrennung – in Abhängigkeit vom Ausgangsmaterial – als gleichberechtigte Verwertungsverfahren. Stark verunreinigte biogene Stoffe, Stoffe wie „biologisch abbaubare Verpackungen“, „Bio-Katzenstreu“ etc. haben in der Wiener getrennten Sammlung nichts verloren. Sie werden daher direkt in einer hoch effizienten Müllverbrennung klimaneutral energetisch verwertet.
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Günther Langer, Kommunalreferat München

Vortragsthema: Ansätze und Überlegungen aus München

Mit der Technologie der Trockenfermentation betreibt der abfallwirtschaftsbetrieb München AWM aktiven Klimaschutz. Das innovative Verfahren zur Verwertung von Bioabfällen entspricht den Grundsätzen einer nachhaltigen Abfallwirtschaft. Aus ca. 20.000 t Münchner Bioabfällen wird in der Anlage zunächst das Zwischenprodukt Biogas gewonnen, aus dem in einem integrierten Blockheizkraftwerk sauberer Strom erzeugt wird. Mit einem jährlichen Output von 2.425.000 Kilowattstunden kann die Anlage rund 1.000 Münchner Haushalte ganzjährig mit Strom versorgen. Aus den verbleibenden Gärresten stellt der AWM hochwertige Komposte und gütegesicherte Münchner Premium Blumenerde her, die an sechs Wertstoffhöfen in 50-Liter-Säcken verkauft wird.
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Patrick Hasenkamp, AWM – Abfallwirtschaftsbetriebe Münster

Vortragsthema: Ansätze und Überlegungen aus Münster

Die AWM praktizieren seit mehr als 15 Jahren eine klimaschutzorientierte Verwertung von Bio- und Grünabfällen in der Stadt Münster. Das Konzept beinhaltet die separate Erfassung sowie die materialgerechte Weiterverarbeitung von Bio- und Grünabfällen. Feuchte, strukturarme Bioabfälle aus den Haushalten werden über die wöchentlich geleerte Biotonne einer Vergärungsanlage für die Biogasproduktion zugeführt und das Biogas vor Ort energetisch genutzt. Trockenere, strukturreiche Grünabfälle aus Gärten und Parkanlagen – in Münster vierwöchentlich eingesammelt und über ein dichtes Netz von Recyclinghöfen erfasst – werden gemeinsam mit den Gärresten aus der Bioabfallvergärung in der Kompostierungsanlage der AWM zu qualitätsgesicherten Kompostprodukten verarbeitet und vermarktet.

Dr.-Ing. Alexander Gosten, Berliner Stadtreinigungsbetriebe

Vortragsthema: Ansätze und Überlegungen aus Berlin

Mit der Realisierung einer Vergärungsanlage für 60.000 t/a getrennt gesammelten Bioabfalls und der Vertankung der produzierten Nettoenergieäquivalente im eigenen Fuhrpark in gasbetriebene Müllsammelfahrzeuge, maximiert die BSR ökonomische wie ökologische Aspekte. Die stoffliche Verwertung der Gärrückstände verbessert die Humusbilanz und reduziert den Düngemitteleinsatz. Mit der Schließung von stofflichen und energetischen Kreisläufen leistet die BSR einen Beitrag für eine zukunftsorientierte und nachhaltige Abfallwirtschaft und wird seiner Vorreiterrolle für den Klimaschutz in Berlin gerecht.
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Sven Winterberg, Stadtreinigung Hamburg

Vortragsthema: Ansätze und Überlegungen aus Hamburg

Es ist grundsätzlich erforderlich, sich den Auswirkungen des Klimawandels zu stellen. Vor diesem Hintergrund sammelt die Stadtreinigung Hamburg bereits seit den 90er-Jahren die biogenen Stoffströme getrennt und führt diese einer hochwertigen Verwertung zu. Dargestellt werden die energetischen und stofflichen Verwertungswege von Bioabfall, Grünabfall, Drank und Laub. Die Stadtreinigung Hamburg orientiert sich stetig an dem neuesten Stand der Technik. So wird beispielsweise Mitte 2011 der eigenen Kompostanlage eine Trockenfermentation zur Gewinnung von Biogas vorgeschaltet werden. Biogene Speiseabfälle werden in einer Biogasanlage vergärt, Grünabfälle kompostiert oder energetisch verwertet.
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